Individuell im Team

Welcome to Play

Girlpower

Meine Philosophie…

Fußball – Ausbildung mal konkret:

 

Worum geht es im Kinderfußball überhaupt?
  • Von Geburt an lernen wir atmen, krabbeln, sehen, schmecken. Dann sprechen wir und lernen uns zu bewegen. Dafür nehmen wir uns jede Menge Zeit. Wir machen reichlich Fehler, aber lernen von Tag zu Tag dazu. Und das über Jahre, eigentlich das ganze Leben. Unsere Eltern haben dafür Verständnis, freuen sich über jeden kleinen Fortschritt. Wir bekommen die Zeit die wir brauchen.
  • Doch im Sport, hier der Fußball, sieht das oft ganz anders aus: Aktionen werden lautstark kritisiert, Kinder werden bestraft, wenn Sie zu viele Fehler machen, Eltern bilden da oft keine Ausnahme. Wo bleibt die Unterstützung für den Menschen, der mir am wichtigsten ist? Es geht eben nicht darum zu gewinnen, sondern zu lernen. Man kann nämlich auch gewinnen, wenn man verliert. Wenn man nämlich die Zeit und Unterstützung der Trainer und Eltern bekommt unabhängig vom Ergebnis der Zahlen.
Wer trainiert da eigentlich?
  • Nun ja im Allgemeinen der Trainer – aber wer ist das? Ist es die erfahrene, komplett gut ausgebildete, ruhige, besonnene, zuverlässige und kinderfreundliche Person, die immer verständnisvoll und fachlich korrekt trainiert und den Kindern immer zur Seite steht? Oder ist es eher der schreiende, aufgeregte und aggressive Typ, der eher eine SEK-Einheit befehligen sollte? Oder ist es vielleicht der Aufpasser-Typ, der nur dafür sorgt, dass sich niemand wehtut und der Ball nicht zu hart geschossen werden soll?
  • Mh, meistens sind es eben Papis, die ins kalte, sehr kalte Wasser geschubst wurden. Papis, die erstmal nur kurz aushelfen sollten, weil sich sonst keiner gefunden hat. Die dann von allen Seiten gesagt bekommen, wie man es eigentlich richtigmacht.Und dass natürlich das eigene Kind am talentiertesten ist und immer spielen muss. Die dann relativ schnell die Lust verlieren und sich fragen, ob sie eigentlich völlig bekloppt sind: „Ich opfere meine Freizeit, stehe bei Wind und Wetter auf dem Platz, bekomme ständig gesagt, dass ich keine Ahnung habe und bekomme dafür, damit die Sache rund wird, natürlich auch keinen Cent“. Jeder Einzelne sollte sich immer fragen: Weiß ich das zu schätzen, dass andere Menschen sich um mein Kind kümmern? Na klar, machen Trainer nicht immer alles richtig. Wer macht das schon? Besser wäre: „Was kann ich als Trainer oder Elternteil in meiner Position besser machen“?
Wer hat welche Ziele?

Man könnte denken, alle wollen einfach nur gewinnen, also jeder verfolgt logischerweise die gleichen Ziele? Ist das so? Gucken wir uns mal 3 Perspektiven an.

 

Der Verein.
  • Der Verein möchte in der Regel viele Mitglieder, gute Trainer und möglichst viel Erfolg mit den einzelnen Mannschaften. Leuchtet ein, denke ich. Wie sieht aber die Praxis aus? Jeder weiß, „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Wenn man Spiele von älteren Jugendmannschaften und Herrenmannschaften sieht, kann man ziemlich oft sehen, dass sehr viel in der Grundausbildung nicht so gut gelaufen sein muss. Wenn das so ist, fragt man sich warum? Oder kommt vielleicht doch ganz schnell selbst darauf. 🙂 Jeder weiß, dass in der Schule die ersten Schuljahre darüber entscheiden, ob das Kind gut und ausreichend lernt oder eben ganz viele Schwierigkeiten haben wird. Und das ist im Sport natürlich genauso: Habe ich einen „guten“ Trainer, der wirklich mich als Person gut ausbildet, dann habe ich es natürlich auch danach viel leichter mit dem Ball umzugehen.
  • Doch leider sieht die Praxis ganz anders aus: die erfahrenen Trainer, meist auch die „guten“ Trainer finden sich in den eher älteren Mannschaften wieder.
  • Die Anfängertrainer, die natürlich sehr viele Dinge falsch machen, sorgen somit nun für die enorm wichtige Basisausbildung – kann das gut gehen? Das ist kein Vorwurf an die Trainer und es gibt mittlerweile auch Vereine, die das verbessert haben, aber im Allgemeinen muss man schon sehr viel Glück mit seinem Kind haben.
  • Richtig verbessern können das nur die Verbände! Würden die mehr fördern, also mehr in die Ausbildung und in die Bezahlung der Trainer stecken, wäre dieses Problem sehr viel geringer. Arm ist ja der DFB bekanntlich nicht…
Der Trainer.
  • Der Trainer (natürlich nicht jeder, oder doch: jeder) will gewinnen. Er trainiert mit der Mannschaft, übt verschiedene Spielzüge ein, macht viele unterschiedliche Übungen und freut sich, wenn das alles so klappt. OK. Aus Elternsicht macht er alles richtig, wenn das eigene Kind ganz viel spielt, auf der Wunschposition eingesetzt wird und die Spiele gewonnen werden. Heißt dann auch, dass der Trainer der anderen Mannschaft, die verloren hat, natürlich alles falsch gemacht hat und umgekehrt. Der Trainer steht natürlich gut da, er fühlt sich auf der Trainersitzung ziemlich gut, da er ja mit seiner Mannschaft die Tabelle anführt. Verständlich. Kann ich wirklich sehr gut nachvollziehen.
  • Ist das aber wirklich das Entscheidende? Es gibt nämlich Spieler und die nicht zu knapp, die in ihrer Jugend sehr erfolgreich (Meisterschaften/Pokale/Turniere) gespielt haben und es trotzdem nicht geschafft haben. Ist ja schon rein zahlenmäßig gar nicht möglich. Die Pyramide ist eben kein Würfel. Nun ja, wenn ich als Trainer weiß, dass der Erfolg im Kindesalter wirklich keine Rolle spielt, dann kann es eben auch etwas ganz anderes sein, was wirklich wichtig ist und was die Chancen eines jeden Spielers erhöht, „es zu schaffen“.
  • Das sind nämlich Individualität, besonderes Können, super Aktionen, einmaliges Verhalten in schwierigen Situationen. Da wo andere den Ball einfach auf die Tribüne hauen, beginnen Deine Spieler mit Ballbesitz. Und nun stell Dir vor, Deine Spieler machen das vom ersten Ballkontakt an, sie dürfen den Ball niemals wegschlagen, müssen den Ball immer kontrollieren, dürfen nicht ohne Grund abspielen, stell Dir das mal vor! OK. Du wirst graue Haare bekommen ohne Ende, Du verlierst Spiele die Du niemals verlieren würdest. Aber Du bildest aus! Nicht 0815/Spieler, nein besondere Kinder, die vielleicht mal den Unterschied ausmachen! Nämlich dann, wenn es wirklich mal um etwas geht.
Der Spieler.
  • Der Spieler möchte seinen Trick „einmal um die Welt“ zeigen, kommt aber nicht am Gegenspieler vorbei. Er kann 700mal jonglieren, lässt aber den Ball bei der Annahme 3 Meter wegspringen. Und natürlich will er ganz schnell zum FC Bayern oder Hertha BSC, klar – wer will das nicht. Nun, beantworte Dir mal folgende Fragen: Was denkst Du, als Messi ein kleiner Junge war, hat er da ständig abgespielt oder war er eher eigensinnig und wie ihr immer so schön sagt „EGO“? Na was denkt Ihr? Lernt man mehr, wenn man den Ball selbst hat oder wenn meine Mitspieler den Ball haben? Denkt nach und handelt danach! Ich jedenfalls möchte ganz viele „EGOS“ in meiner Mannschaft haben, bis einschließlich der D-Jugend (ca. 12 Jahre). Denn danach solltet Ihr mit dem Ball etwas anfangen können, dann ist die Basisausbildung größtenteils erworben, die Ihr nun braucht um gut und individuell in einer Mannschaft spielen zu können. Euer Körper wird sich enorm verändern und damit habt ihr genug zu tun. Gut, dass ihr aber nicht mehr darüber nachdenken müsst, wie der Ball am Fuß bleibt, denn das habt ihr ja zuvor von geduldigen Trainern gelernt!
  • Die neuen Trainer werden nun eure gute Ballbehandlung erkennen, euer Selbstbewusstsein, eure Ruhe am Ball. Nun werden auch Dinge falsch oder besser gesagt weniger gut, die zuvor immer gefordert wurden und richtig waren. Komisch oder?
  • Kleinfeld und Großfeld sind eben 2 verschiedene Schuhe oder fast zwei verschiedene Sportarten. Im Kleinfeld zählt der einzelne Spieler, die Ausbildung des einzelnen Spielers. Da steht die technische Ausbildung über Allem. Ab dem Großfeld ändern sich Entfernungen, stehen gruppentaktische und später mannschaftstaktische Abläufe im Vordergrund und das GEWINNEN wird immer wichtiger.
Wie wichtig sind Spaß, Erfolg und Leidenschaft?
  • Jeder weiß, dass man umso besser lernt, wenn man sich wohl fühlt und Spaß hat. Und Spaß sollte es immer machen! Und dabei spielen die Eltern eine enorm wichtige Rolle. Denn sie sind sehr oft der Grund, warum viele Trainer hinschmeißen, weil sie die Kommentare und Nörgeleien irgendwann satthaben. Dass seine Mannschaft ein Spiel nach dem anderen verliert, dass wiedermal ein Ball fehlt und dass Timmy wiedermal seine Stutzen vergessen hat, damit kann er umgehen. Es sind eben Kinder. (obwohl das immer so bleiben wird)
  • Spieler, hören oft auf, weil sie angeschrien, ausgelacht oder viel zu wenig Spielzeit bekommen. Und wer macht schon etwas freiwillig, wenn es keinen Spaß macht. Deshalb müssen wir Trainer diesen Spaß erzeugen, Begeisterung für diesen Sport entfachen und die Kinder individuell fördern.
  • Sportlichen Erfolg erkennt jeder sofort, wichtig ist aber in jungen Jahren der persönliche Erfolg. “ Das hast Du toll gemacht! Prima!“. Für Kinder spielen Trainer sehr oft eine entscheidende Rolle, die oftmals den Kindern wichtiger erscheint, als die der eigenen Eltern. Das ist eine ziemlich große Verantwortung. Deshalb sind wir auch alle Vorbilder, seid ihr ehrlich und fair sind es die Spieler auch, schreit ihr ständig rum, tun sie das irgendwann auch.
  • Haltet Euer Wort auf jeden Fall! „Du wirst gleich eingewechselt!“..der Spieler wartet und wartet, ist enttäuscht. Stellt Euch doch einfach immer vor, wie Ihr Euch selbst dabei fühlen würdet, wenn ihr zu einem Turnier mitfahrt und immer nur dann spielt, wenn die Messe in der einen oder anderen Richtung bereits gelesen ist. Spieler zweiter Klasse möchte wohl niemand sein.
  • Deshalb trainiert für den Erfolg eines jeden Spielers in Eurem Team, lasst die reinen Ergebnisse einfach nur Zahlen sein. Dann seid Ihr wirklich wichtig in der Entwicklung der Kinder.
Tipps für Trainer.
  • Von leicht zu schwer trainieren, als immer so trainieren, dass niemand überfordert wird. Dann steigen die Anforderungen. Spieler, die weiter sind, kleine besondere Zusatzaufgaben geben. (z.B. „Max, Du bist schon so gut, ich möchte, dass Du immer erst einen Gegenspieler ausspielst, bevor Du abspielst!“
  • Gebt den Kindern immer das Gefühl, dass ein Ballverlust kein Problem ist. Wie soll man dribbeln lernen, wenn man es nicht darf? Und nur während des Trainings bringt auch nichts. Trainingsweltmeister gibt’s genug. Die Spieler sollen es auch in den Spielen und Wettkämpfen probieren! Nur dann können sie erkennen, ob man eine gute Ausgangsposition hatte oder eben die Aktion nur im falschen Augenblick gestartet wurde. Wir müssen gute „Situationserinnerungen“ schaffen. Nichts kann die reale Erfahrung auf dem Platz ersetzen! Wenn an sich gute Aktionen nicht geklappt haben, gebt dem Spieler Alternativen mit auf dem Weg. „Versuche beim nächsten Mal dein Tempo zu variieren “ oder „probiere einen Übersteiger “ usw.
  • Das wichtigste Ziel der Grundausbildung ist meiner Meinung nach, dass die Spieler gute von schlechten Positionen unterscheiden lernen. Und wie man eigentlich in gute Positionen kommt, wie man sich dann verhält und wie man schlechte Positionen in gute verwandelt. Dafür sind wir Trainer da.
  • Erklärt immer in Ruhe, seid klar und eindeutig im Auftreten, redet bei den Jüngsten eher weniger, macht lieber die Übung vor.
  • Seid Eltern gegenüber auch eindeutig im Auftreten. Duldet keine Zurufe während des Trainings oder der Spiele. Je klarer das Auftreten, desto leichter wird es für alle.
  • Solltet ihr merken, dass die Einstellung im Training nicht stimmt, dann sprecht das sofort an! „Fehler darf jeder machen, aber anstrengen muss man sich immer!“ Wenn die Spieler Alles geben, bin ich immer zufrieden, denn mehr geht ja nicht. Ob man verliert oder gewinnt ist dann egal.
  • Lasst nach außergewöhnlichen Vorkommnissen oder Auseinandersetzungen immer einen Tag verstreichen. Dann sieht die Welt meistens schon wieder anders aus. Trennt Euch von Eltern und Spielern sofort, wenn´s gar nicht mehr geht. Denkt dann an die Mannschaft.
Tipps für Eltern.
  • Unterstützt nicht nur Euer Kind, sondern auch die Trainer (sie machen das alles auch für Euer Kind!)
  • Gebt den Kindern keine Anweisungen. „Du musst… schieß doch…“ Lehnt Euch einfach zurück und freut Euch, dass es dem Kind Spaß macht. Der Trainer ist dafür da.
  • Besprecht Probleme immer mit dem Trainer. Erwachsene Menschen sollten immer in Ruhe und gelassen Dinge besprechen können. Redet Zuhause nicht schlecht über den Trainer oder andere Spieler, ihr bringt damit Euer Kind in Gewissenskonflikte.
  • Ihr seid für Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit Eurer Kleinen verantwortlich. Denkt Bitte daran, dass diese Dinge etwas mit Respekt zu tun haben.
  • Euer Kind sollte möglichst an allen Terminen der Mannschaft teilnehmen dürfen. Bestraft niemals mit Trainingsentzug, wenn es z.B. schulische Probleme gibt, denn Sport wirkt sich positiv aufs Denken und Lernen aus und ist in jeder Hinsicht gut für Kinder. Sprecht stattdessen lieber gemeinsam mit dem Trainer um Lösungen zu finden. „Gute Trainer“ kennen ihre Pappenheimer und können oft positiv einwirken.
Talent, Einstellung und Glück.
  • Talent ist nicht gleich verteilt. Der eine übt wochenlang an einem Trick, der andere hat´s nach 3-mal probieren raus. So ist das eben mit dem Talent. ABER: Ehrgeiz schlägt oft Talent. Wer fleißig an sich arbeitet, viel übt, nichts unterversucht lässt, der kann mehr erreichen, als der dem Alles zufliegt. Deshalb ist mir die Willensschulung enorm wichtig. Denn sein wir mal ehrlich, so viele Talente rennen nicht über die Fußballplätze. Doch die wenigen Talente, müssen entsprechend gefördert werden, man muss diese Talente sozusagen „in die richtige Spur bringen“. (mehr Verantwortung geben, mit Leistung vorangehen lernen, Selbstvertrauen schaffen)
  • Spieler, die einen besonders starken Willen entwickeln und immer alles geben, machen jedem Trainer Spaß! Von daher ist auf dem Rasen, Platz für beide Typen. Talentfrei und unmotiviert sein, kommt nirgends gut an.
  • Glück ist immer im Spiel. Oft liegen nur Zentimeter zwischen Himmel und Erde. Jeder kennt das. Aber dieses Glück meine ich nicht. Ich meine das Glück, wo man zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort „seinen Tag“ hat. Wo man das Glück hat, dass der Trainer, auf dem es ankommt, mich einfach gut findet, weil meine Aktion klappt, weil ich den genialen Pass spiele und er von mir überzeugt ist und ich eine Chance bekomme! Ihr seht schon, ich meine ein Probetraining oder eine Massnahme vom Fußballverband oder Ähnliches, wo eben nicht jeder genommen wird.
  • Aber! Man kann eben etwas nachhelfen oder besser gesagt vorsorgen: Nämlich, wenn ich sowieso immer schon versucht habe gut zu spielen, von Anfang an gelernt habe auf technisch hohem Niveau zu agieren, ballsicher und selbstbewusst mein Ding durchziehe, dann ist dieser Moment nur einer von vielen.
Drei meiner Lieblingszitate:

„Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren!“

„Wir schaffen es manchmal nicht zu Kämpfen weil Aufgeben am Anfang das Bequemste ist.“

„Zufriedenheit ist der Feind des Erfolges!“